Putins Pudel: Viktor Orban bangt um seine Wiederwahl

Ungarns rechtspopulistischer Regierungschef steht dem russischen Präsidenten besonders nahe. Das wird für Orban vor den Parlamentswahlen nun zum Problem.

Im südöstlichsten Winkel der ungarischen Tiefebene, wo sich dem Puszta-Wind kein noch so kleiner Hügel entgegenstellt, sitzt ein Mann Anfang vierzig mit scharf geschnittenen Gesichtszügen. Ein dichter Ziegenbart lässt Ervin Szabo noch entschlossener wirken. So ungefähr stellt man sich Attila, den Hunnenkönig, bei einer Schlachtbesprechung vor.

«Vor ein paar Wochen war ich überzeugt, dass ich meinen Wahlkreis gewinne und wir landesweit eine kleine Chance gegen Viktor Orban haben», sagt Ervin Szabo. Dann hat Orbans Freund Wladimir Putin den Angriffskrieg auf das Nachbarland Ukraine begonnen. Jetzt ist sich der Rechtsanwalt und Oppositionspolitiker Szabo sicher: «Wir werden Orban am 3. April gemeinsam besiegen.»

Szabo gehört der rechten Jobbik-Partei an, die Teil einer Regenbogenallianz gegen Orbans Fidesz ist. Die sechs grössten Oppositionsparteien – von links bis weit rechts – haben sich gegen den autokratisch regierenden Ministerpräsidenten in Budapest verbündet. Bei den Parlamentswahlen in zwei Wochen tritt in jedem der 106 Wahlkreise erstmals nur ein Kandidat oder eine Kandidatin gegen den rechtspopulistischen Fidesz an.

Für: NZZ Magazin, 18. März 2022

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